Beutel
schreiben
— mit Ba Osse
Es gibt noch Samen, die es zu sammeln gilt; und Platz im Sternenbeutel.
— Ursula K. Le Guin
Radikales Erzählen jenseits der Held*innengeschichten
Warum Beutel
Geschichten müssen nicht von Sieg, Kampf oder geradlinigem Fortschritt handeln. Sie können auch Beutel sein: durchlässig, tragend, voller Zufälle, Pausen und Stimmen. Genau wie unser Leben.
Ursula K. Le Guins Beuteltheorie des Erzählens bricht mit der Logik der Held:innengeschichte. Statt Linearität, Sieg oder Happy End geht es um das Dazwischen: um Sammeln, Tragen, Teilen. Um Geschichten, die atmen, schwingend sind, offen für Zufall, Begegnung und Pausen. Geschichten, die unseren Lebenserfahrungen näher sind – weil das Leben selten geradlinig ist.
In diesem Workshop erkunden wir:
- Wie würde sich unser Schreiben verändern, wenn wir uns von der Held:innen-Erzählung verabschieden?
- Was entsteht, wenn wir stattdessen sammeln, tragen, teilen – ohne dem einen Ziel, ohne Happy End, aber mit viel Raum für Prozesse?
- Wie können wir kollektiv und vielstimmig schreiben, um Verbundenheit herzustellen?
- Wer sind unsere Anti-Heldinnen? Wie schreiben wir vielstimmig, divers, multi-perspektivisch?
Was passiert
Beuteltheorie verstehen & anwenden
- Wir lesen und diskutieren Ursula K. Le Guins Text und übersetzen ihn in unser eigenes Schreiben.
- Schreibimpulse, die dich tastend, offen und körpernah schreiben lassen – inspiriert von der Metapher des Beutels als Raum für Vielstimmigkeit.
Kollektives Schreiben & Rituale
- Beuteltexte: Texte, die tragen, statt zu kämpfen. Texte, die Raum lassen für Wiederholungen, Echos und das Unabgeschlossene.
- Kollektives Zine: Jede Einheit verbindet Schreibimpulse, gemeinsames Vorlesen und ein Ritual des Lieblingssatzes – jede nimmt einen Satz der anderen mit in ihre nächste Geschichte.
- Pantun: Ein Gedicht aus vielen Stimmen, das den Beutel als Metapher für Verbundenheit feiert.
Feministische Perspektiven
Der feministische Blick auf herkömmliche Held*innengeschichten eröffnen neue Erzählmöglichkeiten. Wir nehmen Figuren, Orte, z. B. Penelope, Spinnstube, Schiff und experimentelle/feministische Stimmen, z. B. Hélène Cixous mit in unseren Beutel.
Für wen
Für alle, die:
✔ Schreiben als Gegenentwurf ausprobieren wollen: als Sammeln, als Verbundensein, als Raum für das Unabgeschlossene.
✔ Held*innengeschichten satthaben; stattdessen das Tragende, Durchlässige, Miteinander erzählen möchten.
✔ Lust haben, experimentell, kollektiv und feministisch zu schreiben.
Voraussetzungen
Schreiberfahrung ist nicht nötig – Offenheit, Neugier und vielleicht Wut in den Fingern. Es geht nicht um Perfektion, sondern um Experimentierfreude, Verbundenheit und das Ausprobieren neuer Erzählformen. Kommt, wie ihr seid – mit euren Stimmen, euren Fragen und euren Geschichten.
Wann & Wo
Fr 26.6. 17-20 Uhr – Sa 27.6. & So 28.6.26 10-13 Uhr
Ida’s Atelier, 1020 Wien, Schüttelstraße 19
Preise
Summer Special: 1 Ticket = 250 € | Mit Schreibfreundin = 375 € für 2 (187,50 € p.P.)
📌 Warum mitmachen? Wir arbeiten mit Ursula K. Le Guins Beuteltheorie, experimentieren mit kollektivem Schreiben und brechen lineare Erzählmuster auf. Perfekt für alle, die feministische, vielstimmige Geschichten lieben und ihre eigene Stimme/voice aufspüren wollen!
👉 schreib mir eine Mail an schreiben[at]baosse[dot]com
Hier ist unser nächstes Programm ab Herbst 2026: